Kultur(en)/ Mit wem man über Gesundheitsprobleme und Privates sprechen kann

A1 Einstieg
Ist die Gesundheit in Ihrem Land, in Ihrer Kultur, ein Gesprächsthema? Ist es üblich, sich nach der Begrüßung nach der Gesundheit des Gesprächspartners zu erkundigen? Wenn man Sie fragt, wie es Ihnen geht, was antworten Sie? Wenn es Ihnen nicht gut geht, teilen Sie dies anderen Personen, die Sie in der Öffentlichkeit treffen, mit?
In Frankreich, Belgien und in der Schweiz antwortet man normalerweise positiv auf die Frage „Wie geht es?“. Ist man mit einer Person zusammen, die man kennt, antwortet man nach der Begrüßung, dass es einem gut geht. Sollte der Gesprächspartner insistieren oder an die Freundschaft, gute Bekanntschaft erinnern, so kann man auch antworten: „Es geht mir nicht gut.“ Engen Freunden oder Familienmitgliedern antwortet man, sollte es einem nicht gut gehen, auch wie folgt: „Es geht mir nicht gut.“ oder „Na ja.“ Details erzählt man aber nur seinen Freunden, der Familie oder guten Bekannten.
Im Allgemeinen spricht man nicht über Privates, aber man kann sich engen Freunden anvertrauen.
In Kanada, wo es meist weniger formell zugeht, kann die Antwort auf die Frage „Wie geht es?" auch mit „Nicht schlecht.“ oder noch häufiger mit „Nicht schlechter.“ beantwortet werden.
Die höflichste Art, sich nach Neuigkeiten zu erkunden, ist die Frage „Wie geht es Ihnen?" Sie wird in förmlichen Situationen verwendet. Sie drückt vor allem Respekt aus.
In frankophonen Ländern lässt man sich selten zum Arzt begleiten: um über persönliche Probleme oder seine Gesundheit zu sprechen, geht man lieber allein zum Arzt.
Es muss auch angemerkt werden, dass sich die klassische westliche Medizin im Allgemeinen mehr für das physische Befinden des Patienten interessiert als für seinen Gemütszustand (auch wenn immer mehr alternative Behandlungsmethoden in Anspruch genommen werden): Akupunktur, Pflanzenheilkunde, Homöopathie etc.