Kultur(en) / Die verschiedenen Reisearten

A1 Einstieg
Die verschiedenen ReiseartenIn Ihrem Land, in Ihrer Kultur, geht man nur für den Urlaub auf Reisen? Fährt man auch in die Flitterwochen? Muss man einen weiten Weg zurücklegen, um die angebrachte medizinische Versorgung zu finden? Geht man nur auf Freizeitreisen oder auch auf Studienreisen wie bei dem Erasmus-Austauschprogramm, auf Dienstreisen, Geschäftsreisen? Kann man sich während dem Urlaub auf humanitäre Missionen begeben? Gibt es fahrendes Volk in Ihrem Land, in Ihrer Kultur? Reisen bedeutet, weite Strecken zurückzulegen. Man kann mit dem Pferd, zu Fuß, mit dem Bus, mit dem Auto, mit dem Zug, mit dem Schiff, mit dem Flugzeug reisen. Man reist tagsüber oder nachts, mit oder ohne Geld. Man reist allein, mit der Familie, in einer Gruppe. Das Ziel ist nah oder fern: in der Nachbarprovinz oder am Ende der Welt. Man reist, um sich abzulenken, um sich zu bilden, um zu studieren, um die Weisheit zu suchen. Wirtschaftliche und berufliche Gründe sind auch eine Gelegenheit zu reisen: verhandeln von Geschäftsabschlüssen, abtasten des Marktes, Versetzung durch den Arbeitgeber, Jobsuche in einer wohlhabenderen Region. Man reist manchmal über weite Strecken, um einen Job zu finden, manchmal auch aus medizinischen, politischen oder militärischen Gründen. In Frankreich, in Belgien und in der Schweiz hat die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen und von Billigflügen die Gewohnheiten der Arbeiter verändert. Handelsvertreter können an einem Tag zwischen ihrem Arbeitsplatz und dem 600 Kilometer entfernten Ort ihrer Kundenwerbung hin und her reisen. Ebenso können Menschen aus der Mittel- und Oberschicht für ein längeres Wochenende mehr als 800 Kilometer weit wegfahren, um eine Kulturstadt zu besuchen oder sich in einer Landschaft mit Urlaubsatmosphäre zu entspannen. Flitterwochen heißt die traditionelle Hochzeitsreise der Neuvermählten, kurz nach der Hochzeit: 92% der Neuvermählten fahren in die Flitterwochen (BVA-Umfrage für die Pariser Heiratsmesse, 2009). In Frankreich sind in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte die Entfernungen, die man zurücklegen muss, um in einem Krankenhaus behandelt zu werden, manchmal sehr groß. Es ist möglich, 150 bis 200 Kilometer fahren zu müssen, um für eine schwere Krankheit behandelt zu werden. Die Reise kann berufsbedingt sein: die Globalisierung der Wirtschaft hat den Geschäftsreiseverkehr verzehnfacht. Lehrer werden in Frankreich nach einer kompetitiven Prüfung eingestellt und ihrer Einstufung entsprechend in einer Schule eingesetzt. Solange sie nicht verbeamtet sind, können sie in ganz Frankreich versetzt werden. Schließlich kommen Menschen dazu, die in kleinen ländlichen oder städtischen Wirtschaftsräumen leben, manchmal näher an größere Städte zu ziehen, um Arbeit zu finden. Fahrendes Volk sind Personen, die erwerbstätig sind, aber keinen festen Wohnsitz haben.